An diesen 10 Zeichen kann jeder einen Internetbetrug erkennen!

Internetbetrug ist zu einer konstanten Bedrohung geworden. Egal ob bei Ebay, Facebook oder Amazon. Per E-Mail, Telefon oder im Chat, Betrüger versuchen an unsere Daten, unsere Identität oder unser Geld zu kommen. Die Idee Menschen zu betrügen ist dabei älter als das Internet. Es gibt Quellen die darauf verweisen, dass bereits bei den olympischen Spielen im antiken Griechenland betrogen wurde. Natürlich hat das mit modernem Internetbetrug wenig zu tun, aber die Grundidee des Betrügers ist immer ähnlich, er will sich einen materiellen Vorteil verschaffen.

Internetbetrug vor Zeiten des Internets

Im späten 19. Jahrhundert, also weit vor der Einführung des Internets war der Betrug mit dem „Spanischen Gefangenen“ eine beliebte Form des Vorschussbetrugs. In einem New York Times Artikel von 1898 geht es um diesen Betrug. In seiner ursprünglichen Form erzählt der Hochstapler seinem Opfer, dass er eine wohlhabende Person mit hohem Vermögen ist, die in Spanien unter falscher Identität im Gefängnis sitzt. In einigen Versionen war die inhaftierte Person ein unbekannter oder entfernter Verwandter des Opfers. Das Geld für die Freilassung wird angefordert in einem Brief.

Das Opfer soll also einen Teil des Geldes aufbringen, mit dem Versprechen einer größeren finanziellen Belohnung bei der Freilassung des Gefangenen. Oft wurde zudem ein nicht-monetärer Anreiz, beispielsweise in Form der Hand einer schönen Frau, gegeben. Nachdem das Opfer das Geld übergeben hat, wird ihm mitgeteilt, dass weitere Schwierigkeiten aufgetreten sind und mehr Geld benötigt wird. Dieses Spiel setzt sich solange fort, bis das Opfer irgendwann kein Geld mehr übergibt.




Internetbetrug zu den Anfängen des Internets

Der „Spanische Gefangene“ erinnert den heutigen Leser stark an die sogenannten „Prinz aus Nigeria“-Betrugsmaschen, die per Fax & E-Mail äußerst erfolgreich waren. Auch hier handelt es sich um Vorschussbetrug. Vorschussbetrüge laufen nach ähnlichen Mustern ab. In der Regel beginnt ein solcher Betrug damit, dass der Täter das Opfer per E-Mail, Instant Messaging oder Social Media unter Verwendung einer gefälschten E-Mail-Adresse oder eines gefälschten Social Media-Accounts kontaktiert und ein Angebot macht.

Angeblich geht es um eine große Auszahlung für das Opfer. In der Betreffzeile einer E-Mail kann etwas wie „Vom Schreibtisch des Prinzen [Name]“, „Ihre Hilfe wird benötigt“ oder ähnliches stehen. Die Details variieren, aber die übliche Geschichte ist, dass eine Person, oft ein Regierungs- oder Bankangestellter, von einer großen Menge an nicht abgeholtem Geld oder Gold weiß, auf das sie nicht direkt zugreifen kann, weil sie normalerweise kein Recht darauf hat.

Das Geld kann in unterschiedlicher Form von Goldbarren, Goldstaub, Geld auf einem Bankkonto, Blutdiamanten, einer Reihe von Schecks oder Bankschecks vorliegen. Die Summen, um die es geht, liegen normalerweise in Millionenhöhe, und dem Opfer wird ein großer Teil versprochen, wenn er dem Betrüger hilft, das Geld zurückzuholen oder ins Ausland zu bringen.

Fünf Hinweise, dass Sie Opfer werden sollen

Natürlich gibt es eine Vielzahl von Betrugsmaschen die heutzutage durchgeführt werden. Romantische Betrügereien gehören dazu, sowie Betrug mit Nespresso-Kapseln. Es gibt jedoch zehn Punkte, an denen Sie sich orientieren können, wenn Sie einem Betrug nicht zum Opfer fallen wollen. Gerade bei sensiblen und persönlichen Themen wie der Liebe ist ein Betrug besonders einschneidend und Sie sollten bei Bekanntschaften im Internet immer ein gewisses Maß an Skepsis besitzen. Sie können sich mit Hilfe unserer zehn Anzeichen, dass Sie Opfer von Internetbetrug werden, jedoch auch weiter vergewissern.

  1. Handlungsaufruf – Sie sollen etwas JETZT sofort klicken oder durchführen und nicht lange zögern.
  2. Jetzt handeln oder verlieren – Wenn Sie doch zu lange zögern, dann wird das Angebot zurückgezogen, teurer oder nicht mehr so attraktiv sein
  3. Gebührenforderung – Sie sollen etwas bezahlen, um einen Preis zu gewinnen. Nahezu jedes Gewinnspiel, dass Sie vorab dazu auffordert Geld zu bezahlen ist ein Betrug.
  4. Garantien – Es werden Ihnen ausschließlich gute Aussichten vorhergesagt, beispielsweise ein Day-Trading Konzept bei dem Sie bis zu 3.000€ am Tag verdienen.
  5. Persönliche Informationen – Wenn Ihnen viele persönliche Fragen gestellt werden, beispielsweise zu Ihrer Gesundheit, Passwörtern, Bankverbindung oder Schulden, ist es wahrscheinlich Betrug.
  6. Grammatik Fehler – Insbesondere beim E-Mail Betrug treten häufig grammatikalische Fehler auf. Beispielsweise werden Pronomen weggelassen oder falsch verwendet.
  7. Nicht verfolgbare Bezahlung – Der Betrüger verleitet Sie dazu per Western Union, paysafe-Karte oder einer anderen nicht verfolgbaren Bezahlart zu zahlen. Legitime Angebote bieten Ihnen immer Zahlungsmöglichkeiten an, die verfolgbar sind.
  8. Keine Adresse – Wenn Ihr Kontakt oder der Shop in dem Sie einkaufen keine Adresse hinterlegt hat, sollten Sie Abstand nehmen. Überprüfen Sie Adressen, wenn Sie nicht sicher sind.
  9. Zugang zum Rechner – Unter Umständen fordert der Betrüger sie auf, Zugang zu Ihrem Rechner zu erhalten um Ihnen bei einem Problem zu helfen. Dies kann auch aus der Ferne geschehen. Seien Sie skeptisch.
  10. Unsichere Webseiten – Heutzutage gibt es das grüne Schloss und „https“ bei einer Webseite zwar kostenlos, viele betrügerische Seiten nutzen dies jedoch nicht. Hat eine Webseite keine sichere Verbindung sollten Sie davon absehen persönliche Daten dort einzugeben.

Sollten Sie ein Angebot bekommen, welches einen Hinweise enthält, sollten Sie skeptisch werden. Enthält ein Kontakt mehr als einen dieser Hinweise, dann ist es besser Abstand davon zu nehmen.

Ein Moderner Scam im Internet!

Besonders perfide ist der sogenannte „Liebesbetrug“ oder „Romance Scam“ im Internet. Hier wird das Opfer auf einem Online-Dating-Service, einem Instant Messenger oder einer Social-Networking-Site kontaktiert und eine romantische Liaison angefangen. Der Betrüger nutzt dabei, Bilder einer anderen attraktiven Person. Er baut langsam Vertrauen und Nähe auf und bitte dann um Geld. Es wird also mit Hilfe der Romanze versucht, an Geld zu kommen.

Der Betrüger kann behaupten, an einem Treffen mit dem Opfer interessiert zu sein, benötigt aber Bargeld, um ein Flugzeug zu buchen, ein Busticket zu kaufen, ein Hotelzimmer zu mieten, die persönlichen Reisekosten wie Benzin oder eine Fahrzeugmiete zu bezahlen oder andere anfallende Ausgaben zu decken. Der Betrüger kann auch das durch die Romanze gewonnene Vertrauen nutzen, um eine Variante des ursprünglichen „Prinz aus Nigeria“-Betrugs durchzuführen.

Auch Haustiere und Telefonmasten sind nicht sicher

Ein anderer Betrug im Internet ist der Betrug mit Haustieren. Diese werden auf Plattformen wie beispielsweise Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf angeboten. Unter legitime Angebote mischen sich dabei immer wieder Schwarze Schafe. Das Opfer möchte beispielsweise einen Hund kaufen und findet eine Annonce. Nachdem der Betrüger kontaktiert wurde, stellt sich heraus, dass das Tier an einem anderen Ort, beispielsweise in Spanien ist.

Für den Transport fallen Kosten an und diese sollen über ein nicht-verfolgbares Bezahlsystem, beispielsweise Western Union bezahlt werden. Andere Zahlungsmethoden werden nicht angeboten. Wird nun das Geld überwiesen, gibt es weitere Probleme: „Die Transportbox ist zu klein/nicht klimatisiert“ oder „Ausführgebühren des Zolls“ müssen bezahlt werden oder es fallen weitere Gebühren an. Das Opfer bekommt niemals einen Hund zu Gesicht.

Eine in Indien beliebte Variante des Vorschussbetrugs ist der Betrug bei der Installation von Mobilfunkmasten. Der Betrüger nutzt im Internet verfügbare Websites und Printmedien, um die Öffentlichkeit zur Installation von Mobilfunkmasten auf ihrem Grundstück zu locken. Der Betrüger erstellt dabei auch gefälschte Websites, um legitim zu erscheinen. Entscheidet sich ein Opfer dafür, Masten aufzustellen, fallen auch hier wieder unterschiedlichste Gebühren an, ein Mobilfunktmast wird jedoch nie gebaut. Dieses Problem ist so groß, dass die indische Regierung öffentliche Bekanntmachungen in den Medien ausspielt, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und sie vor Betrügern von Mobilfunkmasten zu warnen.

Mit unseren zehn Tipps können Sie Angebote und Anfragen im Internet auf Plausibilität prüfen. Sollten Ihnen zwei oder mehr Punkte auffallen beim Besuch einer Webseite, öffnen einer E-Mail oder einem Kontakt den Sie nur aus dem Internet kennen, sollten Sie äußerst skeptisch sein und keine persönlichen Daten preisgeben. In unseren Vorträgen zeigen wir unterschiedlichste Betrugsmaschen auf und geben Ihnen Tipps wie Sie sich schützen können. Schätzen Sie Ihr Risiko korrekt ein, bevor es andere für Sie tun.

In unseren Live-Hackings zeigen wir unterschiedlichste Arten von modernem Online Betrug. Nehmen Sie gern unverbindlich Kontakt mit uns auf. Insbesondere bei Angeboten die finanzielle Entscheidungen oder Kreditentscheidungen beinhalten, sollten Sie sich das Angebot anhören und 24h warten, bis Sie eine Entscheidung treffen. Niemals sollten Sie kurzfristig Entscheidungen treffen, wenn Sie ein Angebot bekommen welches „zu schön ist, um wahr zu sein“.


Sevencast – der IT-Security Podcast

Von unterwegs, im Büro oder zu Hause hören und auf dem aktuellen Stand bleiben!

Sevencast bei Spotify
Sevencast bei Apple Podcast
Sevencast bei Overcast


Schreibe einen Kommentar