Online Learning als Alternative in Zeiten von Corona

Das Coronavirus geht um und zwingt immer mehr Unternehmen dazu Mitarbeiter*innen von zuhause arbeiten zu lassen. Das führt zu unterschiedlichen Konsequenzen, auf medizinischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene. Durch das erzwungene Home Office werden Unternehmen zu modernem Arbeiten und digitalisierten Prozessen mehr oder weniger „gezwungen“.

Eine Chance die sich dabei ergibt ist das Online Learning. Dieser Artikel erzählt die Geschichte des Online Learnings, die früher anfängt als gedacht, bespricht das „Für und Wider“ von Online Learning und schließt mit einer Einschätzung ab, warum jetzt der perfekte Moment ist, im Unternehmen anzufangen mit dem Online Learning.

Was ist Online Learning? Eine Geschichte

Unter Online Learning, E-Learning oder Remote Learning werden alle Formen des Lernens verstanden, bei denen elektronische oder digitale Medien zur Präsentation, Distribution und Analyse von Lernmaterialien eingesetzt werden. Die erste Maschine, die Menschen beim Lernen unterstützte war Ramellis Bücherrad aus dem 16. Jahrhundert. Dieses erlaubte es bis zu zwölf Bücher zu lesen, ohne zurück zum Regal zu laufen. Heutzutage haben wir Dank digitaler Technologie die Möglichkeit Milliarden Bücher oder Artikel zu lesen ohne zu einem Regal zu laufen, solange wir in der Nähe einer Steckdose sind und unser Mobilgerät mit Strom versorgt ist.

Online Learning als alternative Lernmethode
Mit dem Ramellis Bücherrad konnten mehrere Bücher gleichzeitig gelesen werden. Quelle: commons.wikimedia.org

Im Jahr 1866 patentierte Halcyon Skinner eine Buchstabiermaschine zum Schreiben und Buchstabieren von Wörtern. Neben seiner Buchstabiermaschine gab es weitere Ansätze des „entfernten Lernens“ bereits seit 1728 als Caleb Phillips Steganographie Unterricht per Post in der Boston Gazette angeboten hat. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts boten die University of London und die Illinois Wesleyan University Abschlüsse auf Distanz an. Damals erlebte das „entfernte Lernen“ einen solchen Hype, dass sogar Thomas Edison erklärte, dass das amerikanische Schulsystem durch „Bewegtbild“ komplett revolutioniert werden würden. Zu dieser Zeit eine durchaus gewagte These, doch heutzutage sind „Bewegtbilder“ kaum noch aus dem „Online Learning“ wegzudenken.

Den ersten wirklich computergestützen Kurs gab es dann ab 1960 in Form des PLATO Projektes. Hier war ebenfalls Illinois ein Vorreiter- allerdings die University of Illinois, und an der Universität wurden zahlreiche Studien durchgeführt. Es konnten keine signifikaten Unterschiede zwischen dem Lernen mit PLATO und traditionellen Methoden festgestellt werden, es wurde jedoch von Studienteilnehmern angemerkt, dass Sie sich nicht vorstellen könnten, einen kompletten Kurs durch PLATO als „erfüllend“ anzusehen. Im Anschluss an PLATO folgten viele weitere Projekte, beispielsweise SCHOLAR, GUIDON oder MAIS.

Online Learning Heute

Seit den 1990er Jahren erlebt Online Learning einen Aufschwung. Natürlich wegen der Verbreitung des Internets und den immer günstiger werdenden Kosten für internetfähige Hardware. Gerade vor dem Hintergrund des Lebenslangen Lernen bietet Online Learning viele positive Aspekte. Online Learning hat in der Regel vier Facetten, durch die es beschrieben wird:

  • Interaktivität: Der Benutzer ist ermächtigt mit den Inhalten zu interagieren, indem er Steuerungs- oder/und Eingriffsmöglichkeiten hat, beispielsweise durch die Möglichkeit Inhalte zu kommentieren.
  • Multimedialität:  Wissen kann auf unterschiedlichen Wegen generiert werden, beispielsweise durch das Lesen (diesen Blog beispielsweise), das Anschauen eines Videos oder das Hören eines Podcasts.
  • Multimodalität: Informationen können über unterschiedliche Sinne aufgenommen werden, beispielsweise visuell(sehen) oder auditiv(hören). Diese sind die vorherrschenden Modalitäten im Online Learning. Die anderen Sinne sind eher vernachlässigbar.
  • Multicodalität: Unter Multicodalität wird verstanden, dass Informationen unterschiedlich codiert sind, jenachdem in welchem Medium Sie stattfinden. Ein Buch wird beispielsweise keine animierten Bilder enthalten, während ein Video Informationen grundsätzlich als Bewegtbild codiert.

Online Learning findet über unterschiedliche Techniken statt. Klassisch ist das Web- oder Computerbasierte Lernen (CBT) in Form von Lernsoftware, die mit Hilfe einer CD-ROM, DVD oder einem anderen Medium verteilt wird. Die jüngeren Leser dieses Blogs erinnern sich eventuell noch an Addy eine in den 90er Jahren sehr prominente Lernsoftware für Kinder bis zur 8. Klasse. Bei dieser Art der Software steht das Selbststudium im Vordergrund und die Kommunikation mit anderen Lernenden oder Lehrenden steht nicht im Vordergrund beziehungsweise ist digital gar nicht möglich und analog nur sehr schwer.

Vom Computer ins Netz

Eine Weiterentwicklung von CBT ist das Webbasierte Training(WBT). Lerndaten werden über das Internet abgerufen und es werden mehr Kommunikationsmöglichkeiten geboten durch diese Vernetzung. Durch die Verbindung von Audio, Video und Schrift lassen sich Informationen deutlich flexibler kombinieren und codieren. Auch die Interaktivität ist dadurch gesteigert. Sind Chat-, Wiki- oder Forensysteme angebunden ist im Allgemeinen von einer Lernplattform die Rede. Bei den WBTs gibt es zwei Arten, dass informelle WBT und das formelle WBT, welches sich nochmal in zwei Untergruppen gliedert.

  • Informell: Lernenden wird es freigestellt wie Sie sich einem Themengebiet nähern, meist wird Onlinerecherche als Mittel der Wissensgewinnung gewählt.
  • Formell: Lernende schreiben sich in einen vordefinierten Kurs ein. Der Kurs ist strukturiert und die Verteilung von Material ist ebenfalls strukturiert.
    • Pur: Alle Inhalte sind online verfügbar und auch alle Kommunikation findet online statt
    • Blended: Die Verteilung von Inhalten und auch einiges an Kommunikation findet auch in Persona statt

Es gibt populäre Werkzeuge um die Lernerfahrung zu verbessern, diese sind:

  • Foren: Diskussionsforen sind sehr beliebt bei Teilnehmern, um Fragen zu stellen und Diskussionen anzustoßen
  • Chats: Echtzeit Kommunikation, um die Erfahrung zeitlich konkreter zu machen
  • E-Mail: Hauptwerkzeug für die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden
  • Videokonferenz: Synchrone oder bewusst asynchrone Kommunikation, ähnelt sehr stark dem „Klassenraum“ Modell und wird häufig für Frontalseminare eingesetzt
  • Internet: Ein Zugang zum Internet ist bei WBTs verpflichtend, dies ist ein großer technischer Anforderungsunterschied im Vergleich zu CBTs

Wir von der AWARE7 bieten nur formelle WBTs an. Der Blog ist eine Form von informeller Informationsquelle, da Sie hier frei entscheiden können, zu welchen Themen Sie sich weiterbilden wollen. Unsere Seminare, Awarenesstrainings und Weiterbildungen rund um das Thema Digital Risk Management sind jedoch entweder rein formell oder blended.

Videokonferenzen als Online Learning Alternative

Ein Werkzeug, dass auch in unseren Online Learnings fokussiert wird ist das Lernen über Videokonferenzen. Insbesondere Universitäten bieten heute ein vielfältiges Onlineangebot, teilweise frei verfügbar auf YouTube an. Ein empfehlenswertes Beispiel für einen Universitätskurs der als Video online zu finden ist, ist der Kurs von Christof Paar „Einführung in die Kryptographie„. Plattformen wie beispielsweise Coursera, Udacity, OpenHPI oder Khan Academy statten Lernende nicht nur mit Videomaterial aus, sondern auch mit Interaktionsmöglichkeiten die weit über eine Kommentarspalte hinausgehen, beispielsweise das gemeinsame Lernen mit anderen Kursteilnehmern.

Die Tehmen auf solchen Plattformen sind dabei nicht gebunden an IT-Sicherheit. Es gibt viele spannende Kurse auf den entsprechenden Plattformen, beispielweise Kurse zu den Themen Künstliche Intelligenz, Unternehmensführung oder Design. Sie können Ihren Interessen auf diesen Plattformen in der Regel ohne Probleme nachgehen und sich weiterbilden. Häufig fehlt es im Angebot jedoch an niederschwelligen Überblickskursen, insbesondere im Bereich IT-Sicherheit gibt es selten Anfängerkurse, die mehr behandeln als E-Mail Sicherheit oder Verschlüsselung im Internet. Diese Lücke füllen wir von der AWARE7 mit unseren Awarenesskursen und -seminaren. Diese sind vor Ort eindrucksvoll, aber auch online problemlos durchführbar.

Vor- und Nachteile von Online Learning

Ob Online Learning traditionelle Bildungsformen komplett ersetzen kann ist momentan zumindest umstritten. Es ist allerdings durchaus als sinnvolle Unterstützung im Lernprozess anzusehen und durch die Kombination von Online Learning und traditionellen Ansätzen kann das Lernen an sich optimiert werden. Ein Hauptaspekt für die Verbreitung von Online Learning sind die ökonomischen Aspekte. Räumliche und zeitliche Abhängigkeiten werden zu großen Teilen aufgelöst, es ist einfacher für den Lehrenden und den Lernenden sich einfach online zusammenzuschalten, anstatt beispielsweise erst quer durch Deutschland von München nach Gelsenkirchen zu fahren und nach dem Seminar zurück. Die Vermittlung ist unabhängig vom persönlichen Aufenthaltsort und vorallem durch Plattformen wie YouTube werden Aspekte des „lebenslangen lernen“ dadurch deutlich flexibler und damit erreichbarer.

Ein nicht zu unterschätzender Nachteil von Online Learning ist die Tatsache, dass Selbstdisziplin häufig nötiger ist als bei Präsenzschulungen. Außerdem gibt es häufig mediale Hürden seitens der Teilnehmer, die mit modernen Publikationsformen nicht umzugehen wissen. Der Zugang zur Online Learning Umgebung muss möglichst intuitiv sein und die Motivation an einem Kurs teilzunehmen sollte ebenfalls hoch sein. Der Informationsaustausch im Online Learning ist noch essentieller als bei klassischen Schulungen. Der Lehrende hat kein audiovisuelles Feedback zu seinem Kurs und dem was er erklärt. Wenn auf Nachfragen keine Fragen aufkommen, wird angenommen die Teilnehmer*innen haben die vermittelten Inhalte verstanden. Ein weiterer großer Nachteil beim Online Learning ist die Abhängigkeit von der Technik Dritter, funktioniert beispielsweise die Videokonferenz nicht, gibt es kaum alternative Möglichkeiten für den Lehrenden mit den Lernenden in Kontakt zu treten. Bei Präsenzschulungen kann selbst bei Ausfall von Technik „analog“ weitergearbeitet werden. Diese Möglichkeit ist beim Online Learning eingeschränkt bis gar nicht möglich.

Die korrekte Lernumgebung aka. das Home Office

Sie wollen Ihre Mitarbeiter*innen ins Home Office schicken und Ihnen die Möglichkeit bieten von dort zu arbeiten und an Online Learning teilzunehmen? Dann stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter*innen und Sie selbst wissen, was im Home Office essentiell ist. Wir haben Ihnen hier die beliebtesten Punkte unserer Mitarbeiter im Home Office aufgelistet:

  • Laptop: Damit Sie arbeiten können benötigen Sie Ihren Arbeitslaptop oder Computer. Dafür sollten Sie ausreichend Platz auf einem Schreibtisch haben. Denken Sie auch an eventuelle externe Geräte wie Maus und Tastatur
  • Bildschirm: Um wirklich komfortabel zuhause arbeiten zu können, sollten Sie einen externen Bildschirm an Ihren Laptop anschließen. Dies hiflt euch beim Online Learning, da Sie auf einem Bildschirm lesen, auf dem anderen Schreiben können
  • Telefon/Handy: Wenn Sie erreichbar sein müssen, leiten Sie Ihr Bürotelefon auf Ihr Homeoffice oder auf Ihr mobiles Telefon um
  • Headset: Ein Headset ist wichtig zum ungestörten telefonieren, falls Sie Ihr Home Office zur Straße hin haben
  • Lage: Gerade zuhause ist es wichtig und besonders einfach eine angenehme professionelle Atmosphäre zu schaffen. Schaffen Sie wenn möglich einen Ort, an dem Sie bewusst zum Arbeiten hingehen und nicht in Versuchung kommen, zwischendurch „kurz auf die Couch zu gehen“. Stellen Sie eine Pflanze auf den Schreibtisch oder daneben und platzieren Sie Ihren Schreibtisch in der Nähe eines Fensters.
  • Drucker: Sie drucken Dokumente aus, damit Sie Sie in Ruhe durchgehen können? Dann brauchen Sie einen Drucker, wenn Sie nicht häufig Home Office machen, ist ein schwarz weiß Drucker ausreichend. Achten Sie auf entsprechende Druckvorgaben zum Schreddern in Ihrem Unternehmen
  • Schredder: Wenn Sie einen Drucker besitzen, sollten Sie auch einen Shredder anschaffen, um sensible Dokumente zu schreddern. Achten Sie auf entsprechende Sicherheitsvorgaben zum Schreddern in Ihrem Unternehmen

Warum jetzt der perfekte Moment ist um einzusteigen

Häufig benötigen Unternehmen viel Zeit bei der Einführung von Online Learning innerhalb Ihrer individuellen Strukturen. Es müssen Arbeitsabläufe oder -plätze angepasst werden und viel Aufklärungsarbeit bei den Mitarbeiter*innen geleistet werden. Im Rahmen der aktuellen Coronakrise und den damit einhergehenden steigenden Anzahl an Mitarbeitern im Home Office ist dieser Aufwand jedoch überschaubar im Vergleich zur Einführung operativer Prozesse.

Einen operativen Prozess digital abzubilden bedeutet häufig die Einbindung von externen Beratern oder Experten, um diesen möglichst effizient abzubilden. Online Learning ist dadurch das es häufig erst eingeführt wird, ein losgelöster Prozess, der im Nachhinein einfach in das Unternehmen integriert werden kann. Die Kurse der AWARE7 bestehen aus einer Videokonferenz und digitalem Begleitmaterial, dadurch können Ihre Mitarbeiter*innen von überall teilnehmen und im Nachhinein Ihre Teilnahme in der HR-Abteilung oder der entsprechenden Stelle bei Ihnen im Unternehmen nachweisen.

Warum Awareness von der AWARE7

Mit über 600 durchgeführten Awareness Shows und Seminaren in den vergangenen zwei Jahren und einer Verdopplung der Vorträge im letzten Jahr, ist die AWARE7 einer der führenden Anbieter für Awareness Shows und Seminare in Deutschland. Wir geben unser Wissen rund um die Themen der Cybersicherheit gerne an Sie und Ihre Mitarbeiter weiter. Dabei sind wir nicht darauf angewiesen vor Ort zu sein, sondern können unsere Seminare und Shows auch per Videokonferenz durchführen.

Wir bieten Ihnen und allen Mitarbeiter*innen ein einmaliges Online Erlebnis. Dabei nutzen wir entweder Ihre eigene Videokonferenztechnologie oder unsere und stellen Ihnen vielfältige Materialien rund um das Thema Awareness. Vom ausdruckbaren Kryptonizer über Webseiten zum Phishing erkennen bis hin zum klassischen Poster oder Wallpaper, dass Ihre Mitarbeiter im Home Office aufhängen können. Machen Sie es sich im Home Office bequem und machen Sie sich bereit einen lehrreichen Ausflug in die Welt der Cybersicherheit zu machen.




Die Coronakrise zwingt viele Unternehmen aktuell zur Umstellung Ihrer Prozesse, beispielsweise durch die Einteilung einzelner Verantwortungsbereiche in Gruppen oder der vermehrte Einsatz von Home Office. Gepaart mit dem hohen Weiterbildungsbedarf von Mitarbeitern im Bereich Cybersecurity bietet sich hier eine einmalige Chance für Unternehmen, aus der Not eine Tugend zu machen. Die Awarenessschulungen und Seminare der AWARE7 sind komplett online durchführbar über unsere Infrastruktur zu speziellen Raten. Buchen Sie noch heute Ihre Online Awareness Schulung über das Kontaktformular oder per Mail an info(at)aware7.de.


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