Off-Facebook Activity – mehr Privatsphäre für Nutzer?

Im Mai 2018 angekündigt, ist das neue Feature zur Kontrolle von Off-Facebook Activity seit Januar 2020 für die ganze Welt bei Facebook verfügbar. Ist die neue Funktion eine Offenbarung für die Privatsphäre von Facebook Nutzern oder nur ein kleiner Schritt Richtung Datensouveränität?


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Was bedeutet Off-Facebook Activity?

Der Datenschutz bei Facebook ist schon lange ein schwieriges Thema. Die neue Off-Facebook Activity, oder Aktivität außerhalb von Facebook, bezeichnet Informationen, die Unternehmen über Besucher ihrer Dienste sammeln und an Facebook senden. Das geschieht über Facebooks Business Tools. Diese Daten, zum Beispiel für welche Produkte ein Nutzer sich interessiert, nutzt Facebook dann zur Anzeige vo0 personalisierter Werbung. Die Erstellung von personalisierten Anzeigen ist oft so präzise, dass Nutzer den Verdacht hegen, über das Mikrofon ihrer Geräte von Facebook und anderen sozialen Netzwerken belauscht zu werden.




Was kann die neue Funktion?

Ein Vorteil des neuen Off-Facebook Activity Features ist, dass die Nutzer sich anzeigen lassen können, welche Informationen von welchen Unternehmen (in den letzten 180 Tagen) über Sie gesammelt und an Facebook gesendet wurden. Eine Identifizierung einzelner Nutzer*innen findet dabei beispielsweise über die verwendeten Geräte statt. Außerdem können Nutzer die Verknüpfung dieser Daten, die in der Vergangenheit gesammelt wurden, mit dem eigenen Konto aufheben. Ebenso können Nutzer die zukünftige Verknüpfung verhindern. Das klingt nach deutlich mehr Datensouveränität. Aber ist es tatsächlich so?

Verknüpfung aufheben ist nicht gleich löschen

Das Aufheben der Verknüpfung von Off-Facebook Activity mit den eigenen Daten bedeutet nicht, dass die betreffenden Daten auch gelöscht oder in Zukunft nicht mehr erhoben werden. Die Informationen über Verhalten von Nutzern werden weiterhin von Webseiten gesammelt und an Facebook übermittelt. Die neuen Einstellungen bewirken lediglich, dass Facebook darauf verzichtet, die Daten und Aktivitäten einzelnen Nutzern zuzuordnen. Diese Einstellung führt dazu, dass Werbung weniger personalisiert ist. An der Menge der Anzeigen ändert das allerdings nichts.

Ob die Daten bei Nutzung dieser neuen Möglichkeiten wirklich nicht mehr einzelnen Nutzern zuzuordnen sind, lässt sich nur schwer beurteilen. Auch der typische „Opt-out“ Charakter dieser neuen Optionen lässt an Facebooks Interesse zweifeln, den Nutzern mehr Kontrolle über die eigenen Daten zu geben. Eine, im Hinblick auf den Datenschutz, konformere Lösung ist das sogenannte „Opt-in“, also die aktive Bestätigung des Nutzers, dass dieser an einer Verknüpfung von Off-Facebook Activity interessiert ist und diese zulässt.


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