IT Security Podcast: Woher kommt der aktuelle Podcast Erfolg?

Ein IT Security Podcast ist ein häufig genutztes Instrument direkt mit Interessierten in Kontakt zu treten. Das Format Podcast erfreut sich heutzutage immer größerer Beliebtheit. Mit „Fest und Flauschig“ kommt der weltweit erfolgreichste Podcast aus Deutschland. Der Begriff Podcast setzt sich dabei zusammen aus dem englischen „Broadcast“ und „iPod“. Der iPod gilt als hauptverantwortlich für den Erfolg von Podcasts.




Was ist ein Podcast?

Ein Podcast ist eine Art Radiosendung, die von Privatpersonen aufgenommen und vertrieben wird. Der Verbreitung von Podcasts findet über sogenannte RSS Feeds statt. RSS Feeds ermöglichen es, dass Hörer eines Podcasts den Podcast in unterschiedlichen Programmen öffnen können, ohne die Webseite des Podcasts besuchen zu müssen. Ein RSS Feed ist eine Auflistung all Ihrer veröffentlichten Podcast Episoden.

RSS Feeds können in Spotify, Apple Music oder Overcast unkompliziert eingebunden werden. Hörer*innen des Podcasts können Ihren Lieblingspodcast dann über Ihre favorisierte Plattform hören. Für die Verteilung des RSS Feeds können entweder einzelne Tools verwendet werden oder alles kann gebündelt verteilt werden. Manche Hoster bieten dafür einen „Distributionsservice“ an. Ein Podcast-Host ist ein Ort, an dem die Audiodateien Ihres Podcasts gespeichert und verteilt werden. Sie bieten einen RSS Feed an, den Sie bei Apple Podcasts und anderen Podcast-Verzeichnissen einreichen können.

Podcasts gibt es zu den unterschiedlichen Themengebieten. Der Sevencast der AWARE7 ist ein IT Security Podcast und ist damit dem Bereich „Weiterbildung“ zuzuordnen. IT Sicherheit ist allerdings immer noch ein „Nischenangebot“. Beliebt sind vor allem Podcasts aus den Bereichen „Nachrichten & Politik“, „Comedy“, „True Crime“ und „Musik“. In Amerika haben rund 51% der Bevölkerung schon einmal einen Podcast gehört, nach einer Studie von Edison Research. 71% der Amerikaner sind vertraut mit dem Konzept Podcast und jeder Dritte hört sogar monatlich Podcasts.

IT Security Podcast familiarity
Das Podcast Format ist zunehmend beliebter. Quelle: Screenshot edisonresearch.com

 




Wer hört Podcasts in Deutschland?

2016 hat der BITKOM eine Umfrage durchgeführt und festgestellt, das jeder siebte Deutsche Podcasts hört. In der unten stehenden Grafik ist zudem zu sehen, dass vor allem jüngere Leute Podcasts konsumieren. Sie hören Podcasts häufig zur Aufnahme von Wissen oder zur Unterhaltung.

IT-Security Podcast Statistik
Ein längst totgesagtes Medium. Das Podcast Format wird mittlerweile von jedem siebten Deutschen gehört. Quelle: bitkom e.v.

Im Jahr 2019 erhob der BITKOM erneut eine Statistik und kommt zu dem Ergebnis, dass mittlerweile bereits jeder vierte Podcasts hört. Die beliebteste Podcast Kategorie bei den Befragten ist dabei „Nachrichten und Politik“ mit ungefähr 45%. Rund 28% der Befragten geben an, dass Sie Podcasts zur Weiterbildung nutzen. Laut dieser Umfrage ist die optimale Podcast Länge 13 Minuten. Ein Podcast sollte also eher zu kurz als zu lang sein, damit er von den Hörern optimal konsumiert werden kann.

Warum sind Podcasts so beliebt?

Podcasts gibt es seit dem Jahr 2000. Tristan Louis schlug das Konzept als erster vor und Dave Winer setzte es, leicht modifiziert, um. Damals hieß dieses neue Format noch „Audioblogging“. Der Begriff „Podcast“ wurde 2004 von Ben Hammersley erfunden und fand mit der Umsetzung von Apple mit dem weiterverbreiteten iTunes Programm Zugang zu einem potentiellen Massenpublikum. Der Erfolg der Podcasts blieb jedoch zunächst aus.

Der Kosmos drehte sich häufig um sich selbst, nämlich die Szene von Podcastern. Erst im Jahr 2014 gelang dem ersten Podcast der Durchbruch zu einem tatsächlichen Massenpublikum. Der Podcast heißt „Serial“ und es geht um den Mord an Hae Min Lee, einer High School Studentin aus dem Baltimore County in Maryland. Bis heute haben die erste und zweite Staffel der Show mehr als 340 Millionen Downloads verzeichnet. Zu dem Erfolg hat zudem beigetragen, dass in letzter Zeit die Verbreitung von Smartphones, Podcast-Apps und sprachaktivierten Lautsprechern in Haushalten zunimmt.

Olly Mann, der seit 2007 einen Podcast betreibt und moderiert, beschreibt den Unterschied zwischen einem Podcast und traditionelleren Formaten wie TV und Radio zudem wie folgt: „Was Radio und Fernsehen unterscheidet, ist die Intimität. Was einen Podcast vom Radio unterscheidet, ist das Plus an Intimität, denn man hat sich für ihn entschieden und er liegt einem buchstäblich in den Ohren“.

Aktuell ist besonders der Podcast“Coronavirus Update Podcast mit Prof. Christian Drosten“ sehr beliebt. Darüber hinaus hat tonspion.de eine Übersicht über die aktuell beliebtesten deutschen Podcasts zusammengestellt. Am liebsten hören die Befragten Podcasts, wenn Sie unterwegs sind. Dicht gefolgt vom Putzen und Aufräumen. Unsere Mitarbeiter*innen hören Podcasts am Liebsten bei der Fahrt zur Arbeit beziehungsweise nach Hause.

IT-Security Podcast - werden am liebsten unterwegs gehört
Podcasts werden vor allem unterwegs gehört. Ein Branchenformat eignet sich um Wissen zu vertiefen und aufzubauen. Quelle: bitkom.org

Wie kann ich einen Podcast aufnehmen?

Einen Podcast selber aufzunehmen ist nicht schwer. Dank der leistungsfähigen Mikrofone in Smartphones der aktuellen Generation reicht ein ruhiger Raum und das Smartphone bereits aus, um gute Ergebnisse zu erzielen. Natürlich können aber auch vollwertige Aufnahmemikrophone verwendet werden, insbesondere wenn die Aufnahme am Laptop stattfinden soll.

Im Anschluss an die Aufnahme folgt das Schneiden und Mischen. Hierfür gibt es frei verfügbare Tools wie „Audacity“ oder der Hostinganbieter bietet rudimentäre Schnitttools an. In dieser Phase können Jingles eingesetzt werden oder langweilige Stellen herausgeschnitten werden.

Je Nachdem wie die Aufnahmequalität ist, ist es unter Umständen sinnvoll den Podcast durch eine „Postproduction“ laufen zu lassen. Hier werden Störgeräusche entfernt, die Lautstärke angepasst und vieles mehr. Hier eignet sich für den Einstieg beispielsweise „Auphonic„. Die Postproduction ist vollautomatisiert und bis zu zwei Stunden im Monat können kostenfrei optimiert werden. Nun kann der Podcast bei Ihrem Hoster hochgeladen werden und anschließend über den RSS Feed verteilt werden. Als Hoster sind beispielsweise

zu nennen.

Können Audioinhalte eine Hilfe beim Lernen sein?

Podcasts sind aus verschiedenen Gründen erfolgreich als unterstützende Lerntools. Beginnen wir mit Podcasts, welche von Lehrenden für Ihre Studenten*innen oder Schüler*innen produziert wurden: Eine Studie aus 2016 beschäftigt sich mit der Wirkung von Podcasts auf den Lernerfolg in der Orthopädie. Diese Studie zeigt einen signifikant höheren Erkenntnisgewinn und eine höhere Zufriedenheit beim Lernen mit Podcasts, verglichen mit dem Lernen aus Büchern. Podcasts scheinen bei der Vermittlung von orthopädischen Themen an Medizinstudenten von Vorteil zu sein. Eine weitere Studie aus 2016 zeigt einen ähnlichen Effekt für den Erwerb „klinischer Fähigkeiten“.

Ein weiterer Vorteil von Podcasts ist die Tatsache, dass Studenten Inhalte auch selber produzieren können und damit weitere Kompetenzen aufbauen können. Eine Studie aus 2017 zeigt, dass dieser Effekt beim Erlernen von Sprachen hilfreich ist und den Lernenden dabei unterstützt multimodale Wege des Lehrens und Lernens zu begehen. Vor allem ermutigt es die Schüler*innen, authentische
Sprache außerhalb des Klassenzimmers anzuwenden. Die Studie zeigt zudem, dass Podcasting ein effektiver Weg sein kann, dass Storytelling zu verbessern.

Was ist Storytelling?

Storytelling ist eine Erzählmethode mit der vor allem implizites Wissen in Form von Metaphern oder Leitmotiven weitergegeben wird. In Podcasts findet diese Form der Erzählung vermehrt Anwendung, da die bildliche Erzählebene wegfällt. In Podcasts kann der*die Zuhörer*in zudem zum „Prosumer“ werden und aktiv eingebunden werden, beispielsweise durch Audiosnippets, die in Podcast Episoden eingebunden werden können. Ein Beispiel für die Einbindung von Zuhörer*innen als Prosumer findet sich in im sevencast wieder

Was hat das mit IT-Sicherheit zu tun?

Storytelling ist im Bereich IT-Sicherheit ein wichtiger Faktor um trockene Sachverhalte für Nutzer*innen erlebbar zu machen und dadurch nachhaltig die Resilienz einer Organisation zu steigern. Neben Storytelling kommen zudem die Effekte des Blended Learning hinzu. Inhalte die beispielsweise über einen Online Learning Kurs erlernt werden, können mit einem IT Security Podcast vertieft und gefestigt werden.

Diese Aspekte können Podcasts zu einem wichtigen Instrument in einer langfristig angelegten IT-Sicherheitsstrategie machen und Nutzer*innen für Themen der IT-Sicherheit sensibilisieren. Unserer Meinung nach muss darauf geachtet werden, dass in einem Podcast nicht zu viel „Werbung“ stattfindet. Der Fokus sollte auf guten Geschichten und spannenden, aktuellen Inhalten liegen.

Es gibt unterschiedliche Podcasts im Bereich IT-Sicherheit. Die meisten deutschsprachigen Podcasts sind dabei deutlich länger als eine Stunde. Die aktuellen Folgen Logbuch:Netzpolitik, Chaosradio oder Binärgewitter haben eine Spieldauer von ungefähr eineinhalb Stunden. Eine kurze, rudimentäre Recherche zeigt, dass Folgen dieser Podcasts in der Regel eine vergleichbare Länge aufweisen. Es gibt auch Podcasts im Bereich IT-Sicherheit die eine Spieldauer von über drei Stunden aufweisen.

Auch wir als AWARE7 bieten allen Interessierten einen wöchentlichen IT Security Podcast an. Der Sevencast behandelt immer aktuelle Themen aus der IT-Sicherheit und kann ebenfalls dazu beitragen die Cybersecurity Awareness langfristig zu steigern.

Mit wechselnden Referenten und einer maximalen Spieldauer von 45 Minuten bieten wir unseren Hörer*innen einen niederschwelligen Einstig in die Welt der IT Security Podcasts. Hier ist eine besonders Einsteigerfreundliche Folge zum Thema „Was macht eigentlich ein Hacker?“.

Podcasts können im lebenslangen Lernen also eine wertvolle Ergänzung sein. Egal ob Sie sich in Politik, Wirtschaft oder IT-Security weiterbilden wollen. Wichtig ist vor allem, dass Sie neugierig bleiben und über den Tellerrand schauen.

So entdecken Sie immer wieder neue Facetten und Wissensinseln mit deren Hilfe Sie sich weiterbilden können. Auch ein eigener Podcast kann Ihnen helfen Inhalte besser zu verstehen und ein besserer Storyteller zu werden.




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