Google Cloud getestet, 72.000 USD verbrannt und Startup fast pleite!

Wer Azure, Amazon oder die Google Cloud testet, der sollte wissen war er tut. Denn die Verwendung einer Cloud Infrastruktur ist Fluch und Segen zu gleich – das hat nun Sudeep Chauhan, der Gründer des Startups Milkie Way, schmerzlich erfahren müssen. Innerhalb weniger Stunden generierte er eine Rechnung in Höhe von 72.000 USD. Zu viel für das Startup.


Anwendung testen, Webseiten auslesen, Datenbanken beschreiben. Teure Prozesse!

Es ist wahrlich keine Raketenwissenschaft mit der sich Sudeep beschäftigt hat. Die Google Cloud soll genutzt werden um Webseiten auszulesen und Ergebnisse in eine Datenbank zu schreiben. Bis hier her nichts ungewöhnliches. Doch mit jeder gestarteten Instanz wurde eine Zeitüberschreitung ausgelöst.

Die damit einhergehende Geschwindigkeit stimmte die Entwickler nicht zufrieden. Somit wurde ein System zur parallelen Verarbeitung eingeführt. So konnten viele Seiten abgerufen und abgespeichert werden.

Cloud Anwendungen zu testen gehört bei Unternehmen die verantwortungsvoll mit Daten umgehen wollen zum festen Prozess. Die hohen Kosten sind bei Milkie Way jedoch viel eher entstanden. An der Stelle hätten wenige Personentage technische Beratung helfen können.




Der Teufel steckt im Detail – auch bei der Google Cloud

Der Blick auf das Smartphone von Sudeep offenbart jedoch eine ganz andere Summe: 5.000 USD nach wenigen Stunden. So weit so schlecht. Doch der Zähler hört nicht auf zu drehen. Nach wenigen weiteren Stunden stehen ganze 72.000 USD auf der Rechnung. Sich Gedanken über die Bezahlung zu machen war der eine Schritt – die Erkenntnis darüber, dass das Geld des Unternehmens nicht reicht um die Rechnung zu bezahlen das andere.

Nach einem Tag war das Startup faktisch pleite. Aber was ist geschehen? Die „Hello World“ Testversion verursachte auf Cloud Run 116 Milliarden Lese- und 33 Millionen Schreibvorgänge.  Diese Operationen schlugen bereits mit 69.000 USD zu Buche. Eine Fehlannahme der Entwickler befeuerte das Malheur.

Diese sind nämlich davon ausgegangen, dass die Requests beenden würden. Doch das sind sie nicht. Jede einzelne Frage ging in einen HIntergrundprozess über. Das Desaster ist perfekt. So hat jeder Request langsam weiter gearbeitet und innerhalb von 24 Stunden verbrauchten die auf jeweils 1.000 Instanzen skalierten Dienstversionen ganze 16.022 Stunden Cloud-Rechenzeit.

Google hat an der Stelle jedoch eine Ausnahme gemacht und die Rechnung erlassen. Mit dieser guten Geste sollte jedoch niemand rechnen. Etwas ironisch ist aber noch folgender Umstand: Sudeep ist ein ehemaliger Google-Mitarbeiter und hat als technischer Programmanager im Bereich „Zahlungen“ gearbeitet.

Geschichten die das Leben schreibt, die sich niemand ausdenken kann. Über diese Story hat bereits der Kollege Born, Sudeep selber andere Formate wie z.B. The Register berichtet.